Theorie…oder doch Realität?


Immer wieder…   weiterlesen

ADS – Infos


ADS – Symptome / Ablauf des Behaltens von Informationen im Gedächtnis
                                                                                                                                                                                             Inhalt:  
1. Was ist AD(H)S?                                                                   2. Woher kommt AD(H)S?                                                         3. Welche Symptome lassen sich beobachten?                             4. Sind ADS-Kinder weniger intelligent?                                       5. Der Ablauf des Behaltens                                             6. Nützliche Links
 
  1. Was ist AD(H)S ?
AD(H)S ist eine neurobiologische Störung des Gehirns, bei der Informationen von außen nicht richtig aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Diese Störung führt zu                     erheblichen Auffälligkeiten im Einzel- sowie Gruppenverhalten und erschwert konzentriert und nachhaltig zu arbeiten.
  1. Woher kommt AD(H)S?
Wissenschaftlich belegt sind folgende Zusammenhänge:
  • Eine neurobiologische Funktionsstörung des Gehirns ist die Ursache für AD(H)S
  • AD(H)S Kinder zeigen eine besondere Art der Informationsverarbeitung im Gehirn: Reize aus der Umwelt werden nicht optimal aufgenommen, verarbeitet und gespeichert. Ein Kind mit AD(H)S nimmt alle Einflüsse aus der Umwelt auf, ohne diese zu filtern und zu gewichten.
  • Diese Art der Informationsaufnahme und -verarbeitung wird im Handeln sichtbar.
Konkret bedeutet dies, dass ein AD(H)S-Kind in bestimmten Situationen mehr Informationen als nötig aufnimmt und sich gleichzeitig von unwichtigen Dinge ablenken lässt.In anderen Momenten registriert ein Kind mit AD(H)S nur unzureichende Reize der Außenwelt, wodurch es wichtige Details übersieht. Ein Schulkind mit AD(H)S nimmt beispielsweise das Tuscheln seines Banknachbars gleichbedeutend zur Aufgabenstellung der Lehrerin oder dem Schreien der Kinder auf dem Sportplatz wahr. Das Ergebnis kann impulsives und unkontrolliertes Verhalten sein.
  1. Welche Symptome lassen sich beobachten?
Kennzeichnend für das ADS-Kind ohne Hyperaktivität ist ein hervorstechend unaufmerksames und impulsives Verhalten.
      Folgende Symptome lassen sich beobachten:
  • Vergesslichkeit und schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Zerstreutheit (wenig Überblick, geringe Eigenorganisation)
  • vieles wird diskutiert
  • leichte Ablenkbarkeit
  • wenig Durchhaltevermögen
  • Probleme, Angefangenes im zeitlichen Rahmen zu beenden
  • macht viele Flüchtigkeitsfehler
  • Stimmungsschwankungen und heftige Gefühlsausbrüche
  • wenig Frustrationstoleranz
  • unüberlegte Handlungen
  • ungeduldiger Charakter
  • taktloses und unachtsames Verhalten
  • reduzierte Anstrengungsbereitschaft
  • geringere Motivation
  • geringe Selbststeuerung ihrer Gefühle
  • erhöhte Suizidgefahr bei ADS-Jugendlichen und Erwachsenen
  • kurze Aufmerksamkeitsphasen
  • Probleme, alltägliche Handlungen in einer kontrollierten Abfolge zu tätigen
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • Vermeidung von Aufgaben, die eine hohe Konzentration über längeren Zeitraum erfordern (wie z.B. Mitarbeit im Unterricht, Hausaufgaben)
  • neigen dazu, plötzlich und ohne zu überlegen zu handeln
  • sie folgen ihren ersten Einfällen und bedenken dabei nicht die Folgen
  • unterbricht und stört andere (platzt z.B. ins Gespräch von anderen hinein)
Oft treten auch Symptome oppositionell-aggressiven Verhaltens auf. Die Betroffenen halten Regeln in Familie, Kindergarten und Schule nicht ein,  auf  Anweisungen von Erwachsenen reagieren sie nicht . Außerdem bekommen sie häufiger Wutausbrüche und haben viel Streit mit Geschwistern und anderen Kindern.
  1. Sind ADS-Kinder weniger intelligent?
Zu betonen bleibt, dass AD(H)S Kinder nicht weniger intelligent sind. Betroffene Kinder können ihr Potential nicht voll ausschöpfen, das ist auch der Grund für Begleitprobleme wie zum Beispiel mangelnde Schulleistungen. AD(H)S Kinder wollen, aber können oft nicht. 
  1. Der Ablauf des Behaltens
In jeder Sekunde werden über 10 Millionen Informationseinheiten über unsere Sinnesorgane an den Wahrnehmungsspeicher, das Ultrakurzzeitgedächtnis, weitergeleitet. Der größte Teil dieser Eindrücke erlischt in wenigen Sekunden ohne eine Gedächtnisspur zu hinterlassen. Über unsere Sinnesorgane kommen die Informationen im Wahrnehmungsspeicher an und passieren einen ersten Filter, bevor sie das Kurzzeitgedächtnis erreichen. Das Kurzzeitgedächtnis umfasst eine Zeitspanne von wenigen Minuten. Aber nur ein kleiner Teil der hierher gelangten Informationen kann den zweiten Filter passieren und  gelangt so in den Langzeitspeicher. Hier angekommen besteht für die Informationen die Möglichkeit, dauerhaft behalten zu werden. Allerdings können wir nicht alle Informationen im Langzeitspeicher wiederfinden. Wissen, welches von uns ohne Probleme abgerufen werden kann, nennt man „aktives Wissen“, meist sind dies häufig benutzte Informationen. Der größte Teil der Informationen im Langzeitgedächtnis ist „passives Wissen“, diese Informationen sind „irgendwo“ abgespeichert, wir finden aber den Speicherplatz nicht wieder. ADS-Betroffene haben einen größeren Wahrnehmungsspeicher im Vergleich zu Nicht-ADSlern. Das bedeutet, dass zu schnell zu viele Informationen in den Wahrnehmungsspeicher gelangen und das Fassungsvermögen des Kurzzeitgedächtnisses überschritten wird. Dadurch werden überzählige Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis hinausgeworfen, sie werden „vergessen“.
  1. Nützliche Links
ADS e.V.
http://www.s-line.de/homepages.de
Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung / Hyperaktivität e.V.
http://www.osn.de/user/hunter/badd.htm
Elternselbsthilfe ADS/Hyperaktivität
http://www.ads-hyperaktivitaet.de
ADS / ADHS -Kurse
http://www.adhs-hyperaktivitaet.de/ads_adhs_schule.htm
 
Quellen:
http://www.dr-gumpert.de
http://www.tutoria.de/schuleratgeber/lernschwierigkeiten/adhs
Buch „Lernen mit ADS-Kindern“, 3. Auflage, Kohlhammer-Verlag